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Früher hiessen sie Heimatmuseen. Inzwischen nennt man sie ethnografische Museen, im Tessin “Musei etnografici regionali”. Doch nicht nur der Name hat sich geändert, sondern auch der Auftritt und das Selbstverständnis. Wo früher zumeist ungeordnet Alltagsgegenstände aus dem ländlichen Leben gezeigt wurden, lockt man nun mit interessanten Konzepten zur Präsentation der Sammlung und zusätzlichen thematischen Wechselausstellungen. Im Kanton Tessin gibt es elf ethnografische Museen, die vom Kanton teilweise subventioniert werden. Seit 2003 werden mit den einzelnen Trägerschaften Leistungsvereinbarungen (LA) abgeschlossen, die von den Fachleuten im “Centro di dialettologia e di etnografia” des Kantons in Bellinzona (CDE - Zentrum für Dialektkunde und Ethnografie) ausgehandelt und kontrolliert werden. Wichtige Elemente der Leistungsvereinbarung sind Pflege und Dokumentation der Sammlung, Weiterentwicklung vom Vermittlungsangebot, effiziente Verwaltung und Regelung der Öffnungszeiten und Führungen. Der Kanton legt Wert auf die Singularität eines jeden Museums, die Gesamtheit der Museen dient aber dem gemeinsamen Zweck, das ethnografische Erbe des Kantons zu wahren und zu pflegen. Das CDE bietet umfassende Unterstützung in den Bereichen Beratung und wissenschaftliche Begleitung. Es gibt im Übrigen noch weitere Kleinstmuseen, die ausserhalb der Vereinbarung geblieben sind und somit über keine kantonale Finanzierung verfügen. Die ethnografischen Museen sind im Dachverband “Associazione musei etnografici ticinesi” (AMET) organisiert. Über die Webseite dieses Verbandes (www.rete-etnografica.ch) erhält man eine gute Übersicht über die jeweiligen Standorte.

Tessiner Zeitung, Herbst 2018